Ein gutes Jahr Nähe am Ende des Weges

Werra Rundschau am 12.03.2026, Seite 12

Das Hospiz Meißnerblick: Ein Jahr voller Begegnungen, Erinnerungen und Gemeinschaft in Eschwege

 

Gemeinschaftlich Abschied nehmen: In regelmäßigen Abständen finden Gedenkfeiern für die verstorbenen Gäste des Hospizes statt.

 

Seit gut einem Jahr hat das Hospiz Meißnerblick nun geöffnet. In dieser Zeit hat das Team bereits mehrere Gäste und deren Familien auf ihrem letzten Weg begleitet – eine sehr persönliche und individuelle Aufgabe, die sich zunehmend auch im Haus selbst bemerkbar macht.

„Wir erhalten immer wieder selbstgemalte Bilder und Fotografien von Familienangehörigen“, erzählt Brigitte Kiese, Leiterin des Hospizes, beim Gang durch das Haus. An den Wänden des Hospizes lassen sich diese wiederfinden und sie erzählen auf ihre Weise von den Menschen, die hier ihre letzten Tage verbracht haben.

Das Hospiz, das durch weite Gänge, große Panoramafenster und eine freundliche Atmosphäre geprägt ist, möchte für die Gäste und ihre Angehörigen ein Ort sein, den sie trotz des traurigen Anlasses gerne betreten. Dass dies nicht nur ein Wunsch ist, sondern bereits gelebte Realität, zeigt das neu gegründete Angehörigen-Café.

„Menschen, deren Angehörige hier verstorben sind, haben uns gesagt, dass sie gerne noch einmal zu uns kommen würden. Denn das Hospiz und wir stellen für sie eine Verbindung zu ihrem geliebten Menschen dar“, berichtet Brigitte Kiese weiter. Und so entsteht mit dem Angehörigen-Café nun eine regelmäßige Runde, die es ermöglicht, mit Menschen zusammenzukommen, die Ähnliches erlebt haben – an dem Ort, der sie auf besondere Weise miteinander verbindet.

Hospiz – das ist echtes Leben

„Das Leben im Hospiz ist echtes Leben – innerhalb einer Gemeinschaft“, sagt die Leiterin überzeugt. Angebote wie die offene Gemeinschaftsküche, die das Herzstück der Einrichtung bildet, der Multifunktionsraum, in dem auch Geburtstage gefeiert werden, sowie Yoga und gemeinsame Gedenkfeiern bestätigen diesen Eindruck.

Auch wenn sich das Hospiz innerhalb eines Jahres in Eschwege und der Region gut etabliert habe, wünscht sich die Leiterin manchmal, dass mehr Betroffene direkt auf sie zukämen. „Oft zögern die Menschen, uns direkt anzusprechen, ob wir einen freien Platz haben.“ In einigen Fällen sei es dann leider schon zu spät gewesen, und der oder die Betroffene sei vor dem Transport ins Hospiz verstorben.

Deshalb rät sie, dass sich Betroffene direkt an das Hospiz wenden. „Wir beraten gern und unterstützen dabei, wenn ein Platz im Hospiz schnell ermöglicht werden muss.“

Das Team des Hospiz Meißnerblick ist unter 0 56 51/33 96 00 erreichbar.