In der Werra Rundschau vom 26.02.2026, Seite 7

Hier ist Platz für kleine Rituale, für Erinnerungen im Hospiz und einen Austausch über die Zeit nach dem Versterben: In diesem Monat hat eine weitere Gedenkveranstaltung im Hospiz Meißnerblick für die von Anfang September bis Mitte Dezember verstorbenen Gäste stattgefunden.
Ein im Gemeinschaftsraum ausgebreitetes Herz aus Stoff war mit den jeweiligen Erinnerungsblättern der Verstorbenen sowie einem dazugehörigen „Seelchen“ versehen. Beim Verlesen der Namen wurde je ein Teelicht entzündet und neben das Erinnerungsblatt gestellt. Es wurde der Verstorbenen gedacht und ihnen gute Wünsche mit auf den Weg gegeben.
Bezirkskantorin Kornelia Kupski gab der Veranstaltung am Klavier einen musikalischen Rahmen und trug so zu der feierlichen Atmosphäre bei. Trauern bedeute nicht „loslassen“ – im Gegenteil, trauern heiße „sich neu verbinden“.
Es gelte, die gelebten Verbindungen zu dem verstorbenen Menschen mit all seinen Facetten in lebensbereichernde Erinnerungen zu verwandeln und den Menschen in seiner Bedeutung für das eigene Leben zu würdigen. Diese Erinnerungen trage man tief im Herzen, die einen mit dem Verstorbenen neu verbinden.
Um die Verstorbenen dennoch auf eine besondere Weise loszulassen, wurden von den Hinterbliebenen Luftballons in den Himmel entlassen. Die pastellfarbenen Luftballons stiegen in die Höhe und flogen weit hinaus in die weiße Winterlandschaft.
Zum Abschluss kamen Angehörige und Mitarbeitende bei Kaffee und Kuchen ins Gespräch. Es wurde gelacht, geweint und es wurden viele schöne, aber auch traurige Erlebnisse geteilt.
